Ein Holzschnitzer, der nicht polieren will: Er schnitzt die Dorfbewohner um sich herum

Deng Kun schnitzt Dorfbewohner. Keine idealisierten Bauern, keine allegorischen Figuren, sondern die konkreten Menschen um ihn herum – jene, die sich anfangs beschwerten, seine Arbeit sehe grob aus. Seine Antwort, so erzählt er es, war einfach: Er will keine Politur. Er will die Wahrheit eines Moments einfangen, und eine polierte Oberfläche würde sie wegschleifen.
Deng ist ein professioneller Holzschnitzer, der Bildhauerei am Sichuan Fine Arts Institute in Chongqing studiert hat, wo er sowohl seinen Bachelor- als auch seinen Masterabschluss machte. Nach dem Abschluss zog er etwa zehn Kilometer vom Campus entfernt auf den Hufeng-Berg, ein Dorf am Stadtrand. Er ist geblieben und arbeitet unter den Menschen, die er schnitzt.
Die Leute fragen ihn immer wieder, warum er Dorfbewohner schnitzt und was er damit sagen will. Seine Antwort ist, dass er nichts sagen will. Er schnitzt, was ihm nahe ist – was er sieht, was er fühlt, womit er emotional verbunden ist. Die Logik, wie er sie formuliert, lautet: Warum sollte ich sie nicht schnitzen?
Die Frage nach dem Sujet verfolgt ihn offensichtlich. Er sagt, wenn die Umstände es zuließen – wenn er im Zentrum von Shanghai arbeiten würde, umgeben von modischen Stadtmenschen –, würde er auch sie schnitzen. Sie wären genauso lebendig und lebhaft. Dorfbewohner und Stadtmenschen seien für ihn dieselbe Art von Menschen, ohne Unterschied.
Diese Haltung ist leise pointiert in einer chinesischen Kunstwelt, die ländliche Sujets oft als Nostalgie oder als Echtheitsmarker behandelt und städtische als das moderne Standardthema. Deng widersetzt sich beiden Rahmungen. Für ihn ist das Dorf kein Thema und die Stadt ebenso wenig; beides ist einfach der Ort, an dem ein Schnitzer zufällig steht.
Der Kommentar zur Rauheit ist der aufschlussreichste Teil. Die Dorfbewohner sagten ihm, seine Arbeit sehe grob aus, und er behandelte die Beschwerde nicht als Urteil, sondern als Missverständnis darüber, wozu die Arbeit dient. Holz trägt im Gegensatz zu Bronze oder Marmor Maserung, Knoten und die Erinnerung an den Baum. Sichtbare Werkzeugspuren halten den Prozess im fertigen Objekt gegenwärtig. Polieren würde das Stück glatter und verkäuflicher machen – und auch weniger ähnlich dem Menschen, den es darstellt.
Sein Bericht skizziert auch eine kleine Geografie der chinesischen Kunstausbildung. Das Sichuan Fine Arts Institute ist eine der etablierten Kunstschulen des Landes, und seine Bildhauerei-Abteilung drängt Studierende seit Langem zu praktischer Materialarbeit. Der Hufeng-Berg, nah genug am Campus für einen kurzen Arbeitsweg, aber weit genug für eine eigene soziale Welt, hat über die Jahre Künstler und Ateliers angezogen. Dengs Umzug passt in ein vertrautes Muster: Absolventen, die sich städtische Ateliers nicht leisten können, lassen sich in der Nähe nieder und werden schließlich in einem Ort verwurzelt, an dem sie nicht bleiben wollten.
Am deutlichsten wird eine Arbeitsmethode statt eines Manifests. Er schnitzt die Menschen, mit denen er spricht, und er lässt das Holz rau, weil die Rauheit der Ort ist, an dem der Moment lebt. Ob dieser Ansatz sich übertragen lässt – auf eine Straße in Shanghai oder anderswohin –, ist die Frage, die er offenlässt.