Lazio schießt Sassuolo mit 6:2 ab und stürmt an die Tabellenspitze

Lazio untermauerte am Dienstagabend seine Titelambitionen auf eindrucksvollste Weise: Mit einem 6:2 gegen das in Unterzahl spielende Sassuolo im Mapei Stadium in Reggio Emilia setzte sich die Mannschaft mit 25 Punkten aus neun Spielen und einer Serie von fünf Siegen in Folge an die Spitze der Serie A.
Die Gäste waren vom Anpfiff an unerbittlich. Taylor eröffnete den Torreigen und wurde anschließend zum Vorbereiter, indem er Isaksen und Floriani in Szene setzte, sodass Lazio bereits vor der halben Stunde mit drei Toren führte. Sassuolo verkürzte durch Torstvedt, doch die Hoffnung der Gastgeber auf eine Aufholjagd zerschlug sich, als dieser kurz darauf des Feldes verwiesen wurde und Sassuolo den Rest der Partie in Unterzahl bestreiten musste.
Dennoch machten es die Gastgeber kurzzeitig spannend. Esposito und Zakani tauschten vor der Pause Treffer aus, sodass Lazio mit einer 4:2-Führung in die Kabine ging und das Spiel theoretisch noch offen war. In der Praxis gehörte die zweite Halbzeit ganz den Gästen.
Zakani, der bereits getroffen und zwei Treffer vorbereitet hatte, hätte seine Bilanz vom Elfmeterpunkt aus ausbauen können, vergab jedoch. Auch Frattesi scheiterte vom Punkt, sodass Lazio zwei Strafstöße in kurzer Folge vergab. Das spielte kaum eine Rolle. Der eingewechselte Noslin traf zweimal, vollendete den Kantersieg und unterstrich die Tiefe des Kaders, die dem Lazio-Trainer zur Verfügung steht.
Das Ergebnis lässt Lazio nach neun Runden ungeschlagen, mit acht Siegen und einem Remis, und vorerst allein an der Tabellenspitze. Der Vorsprung an der Spitze könnte schrumpfen, sobald der Spieltag am Wochenende komplett ist, doch die Botschaft ist unmissverständlich: Dies ist eine Mannschaft, die auf mehreren Hochzeiten tanzen kann.
Für Sassuolo war der Abend eine harte Lektion über die Kosten mangelnder Disziplin. Torstvedts rote Karte verwandelte eine schwierige Aufgabe in eine unlösbare, und eine Abwehr, die in dieser Saison nur sporadisch Gegentore kassiert hatte, ließ plötzlich sechs Tore zu Hause zu. Der Verein muss sich schnell neu aufstellen, denn der Spielplan bietet kaum Verschnaufpausen.
Zakanis Leistung war die herausragende Einzelleistung des Abends. Ein Tor und zwei Vorlagen vor der Pause sowie die Bereitschaft, einen Elfmeter zu übernehmen, den er letztlich vergab, zeigten einen Spieler in der besten Form seiner Karriere. Sein Zusammenspiel mit Taylor und Isaksen verlieh Lazio eine Spielfreude, der Sassuolo schlicht nichts entgegenzusetzen hatte.
Die Anhänger von Lazio, die seit Jahren auf einen echten Titelkampf warten, werden sich hüten, aus einer einzigen Nacht zu viel abzuleiten. Doch acht Siege aus neun Spielen, eine Serie von fünf Erfolgen und drei Punkte Vorsprung an der Spitze sind Zahlen, die Aufmerksamkeit verlangen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob dies ein Lauf ist oder etwas Beständigeres.