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Barcelona zahlt nur 602 Euro für Annäherung an Julián Álvarez

Von der HotNews-Redaktion3 Min. Lesezeit
Barcelona zahlt nur 602 Euro für Annäherung an Julián Álvarez

Der spanische Fußballverband hat eines der seltsamsten Disziplinarverfahren der Saison abgeschlossen, und die Zahl am Ende ist die eigentliche Geschichte. Barcelona muss 602 Euro zahlen, nachdem Atlético Madrid Beschwerde eingelegt hatte, der katalanische Klub habe Stürmer Julián Álvarez kontaktiert, während dieser noch beim Metropolitano unter Vertrag stand. Der Verband hatte Ende Juli eine Sonderuntersuchung eingeleitet. Der am Dienstag gemeldete Beschluss beendet sie mit einer Zahlung, die unter dem Preis eines Mittelklasse-Smartphones liegt.

Die Höhe der Geldbuße macht den Fall lesenswert. Im Fußball gilt das Abwerben — die Kontaktaufnahme mit einem Spieler ohne Erlaubnis seines Vereins — als schwerer Verstoß gegen das Transfersystem, als etwas, das das Verhältnis zwischen Klubs über Jahre vergiften und gelegentlich vor Gericht landen kann. Hier ähnelt die Sanktion eher einem Strafzettel. Für einen Klub von Barcelonas Größe sind 602 Euro ungefähr der Preis für ein paar Eintrittskarten, keine Abschreckung.

Die Zuständigkeitsfrage erklärt einen Teil davon. Atlético wandte sich zunächst an die FIFA, den Weltfußballverband, der den Fall nicht annahm, weil er seine Zuständigkeit verneinte. Danach landete die Sache beim spanischen Verband, der ein eigenes Verfahren führte und zu dem bescheidenen Betrag kam. Diese Abfolge — der Weltverband gibt ab, der nationale Verband übernimmt, die Strafe bleibt klein — erinnert daran, wie ungleich die Transferregeln je nach Ort der Streitigkeit durchgesetzt werden.

Álvarez ist ein Spieler, um den Klubs früh werben. Der argentinische Stürmer, Weltmeister, wird mit einem Abschied von Atlético in Verbindung gebracht, und Barcelonas Interesse war nie ein Geheimnis. Die Beschwerde behauptete, es habe Kontakt gegeben, bevor ein Geschäft genehmigt war, und genau dort greift die Abwerbungsfrage: Klubs dürfen einen Spieler öffentlich bewundern, doch private Verhandlungen sollen warten, bis sein Arbeitgeber einem Verkauf zustimmt.

Der Fall fällt zudem in eine nachrichtenreiche Woche für Barcelona. Der frühere Klubpräsident Gasparat gab Interviews zum knapp verpassten Ballon d’Or von Lamine Yamal und argumentierte, der junge Flügelspieler sei der beste Spieler der Welt gewesen und hätte gewinnen müssen. Yamal wurde in London Dritter und tröstete sich laut spanischen Berichten nach der Zeremonie mit einem Besuch bei McDonald’s, nachdem er Feiermaterial für den Siegsfall vorbereitet hatte. Barcelonas Aufmerksamkeit gilt öffentlich eher der Wahl als der Geldbuße.

Für Atlético ist das Ergebnis ein gemischtes Urteil. Die Beschwerde wurde dem Grundsatz nach bestätigt — der Verband erkannte an, dass es einen Fall zu beantworten gab —, doch der finanzielle Stachel ist vernachlässigbar. Beschwerden dieser Art dienen oft ebenso dem Festhalten eines Sachverhalts wie dem Geldabschöpfen, und Atlético hat nun eine formelle Feststellung, auf die es sich berufen kann, falls die Saga um Álvarez weitergeht.

Was folgt, ist vor allem Verwaltung. Barcelona zahlt, die Akte wird geschlossen, und das Transferfenster verrichtet wie üblich seine Arbeit, aus Groll Verhandlung zu machen. Die interessantere Frage ist, ob die kleine Strafe Klubs ermutigt, die Grenze freier auszutesten, in dem Wissen, dass die Kosten des Erwischtwerdens in Hunderten statt in Millionen Euro gemessen werden.

Für internationale Leser geht es darum, wie die Fußballregeln tatsächlich funktionieren. Die Schlagzeilenzahl in einem Abwerbungsfall ist selten die Strafe; sie ist die Bewertung des Spielers, um den alle stritten. Álvarez’ Marktwert liegt im zweistelligen Millionenbereich, die Geldbuße für die unerlaubte Kontaktaufnahme im Hunderterbereich. Diese beiden Zahlen im selben Absatz sagen das meiste über die Vollzugslücke aus.

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