Blockbuster und Rekorde: Das chinesische Kinoanimation wird erwachsen
Noch vor Kurzem stand „chinesische Animation” vor allem für billige Fernsehserien für Kinder. Diese Ära ist vorbei. Das Fantasy-Epos „Ne Zha 2” stieg zu einem der einspielstärksten Animationsfilme aller Zeiten auf — fast ausschließlich mit Karten, die in China verkauft wurden. Ein Beleg dafür, wie sehr das heimische Publikum die eigene Animation angenommen hat.
Die Geschöpfe schöpfen tief aus der Tradition: Der rebellische Gott Ne Zha stammt aus der klassischen Mythologie, ebenso wie die Dutzende Götter und Dämonen, die den Bildschirm mit ihm teilen. Verändert hat sich das Handwerk. Studios wie Coco Cartoon und Light Chaser Animation betreiben heute Produktionsketten im Hollywood-Maßstab — Partikeleffekte, Wassersimulation, jahrelang verfeinerte Character-Rigs —, um jahrhundertealte Legenden neu zu erzählen.
Die Industrie ist entsprechend gewachsen. Animationsfilme landen regelmäßig unter den erfolgreichsten Filmen des Jahres in China, Budgets haben sich vervielfacht, und eine Generation Animatoren, die an heimischen Produktionen ausgebildet wurde, tritt jetzt in ihre besten Jahre. Streamingplattformen haben inzwischen begonnen, chinesische Animationsserien nach Südostasien und darüber hinaus zu exportieren.
Die nächste Frage ist die Weltbühne. Synchronisierte und untertitelte Fassungen chinesischer Animationserfolge laufen in immer mehr Ländern, und die Verleiher schauen genau hin. Eines steht schon jetzt fest: Das Klischee der billigen chinesischen Kopie hat das Kassenecho selbst zurückgezogen.