Resident Evil kehrt nach neun Jahren Pause in die chinesischen Kinos zurück
Die chinesischen Kinogänger erwartet in diesem Herbst ein vertrauter Schauer. Am 24. September kündigten die Verleiher an, dass Resident Evil: Night of the Outbreak am 5. Oktober in Festlandchina anläuft – der erste Kinostart eines Resident-Evil-Films in China seit Resident Evil: The Final Chapter im Jahr 2017. Der neue Teil wird in Premiumformaten wie IMAX und CINITY gezeigt und bietet dem hiesigen Publikum eine großformatige Version der Survival-Horror-Action, für die die Reihe bekannt ist.
Für eine Generation chinesischer Fans ist Resident Evil mehr als eine Filmreihe. Die Originalspiele, erstmals 1996 von Capcom veröffentlicht, wurden zu einem gemeinsamen Bezugspunkt für Spieler, die mit PlayStation-Konsolen und Internetcafés aufgewachsen sind. Die Filmreihe von Paul W.S. Anderson mit Milla Jovovich verwandelte diese Spielwelt in eine globale Kinomaschine, und das chinesische Publikum nahm sie begeistert auf. Die neunjährige Lücke seit dem letzten Kinostart ist lang genug, dass viele jüngere Zuschauer die Reihe nur über Streaming oder importierte Discs kennengelernt haben.
Das Timing wirkt vielversprechend. Branchenberichten zufolge läuft Night of the Outbreak bereits in Nordamerika, wo er bis zum 25. September rund 80,18 Millionen Dollar eingespielt hat. Diese frühe Bilanz gibt den chinesischen Kinobetreibern einen starken Marketingansatz: Das Publikum kann einen Film sehen, der noch frisch in der globalen Diskussion ist, statt Monate nach dem Abklingen des Hypes anzukommen. Premium-Großbildleinwände, die in den vergangenen Jahren in chinesischen Städten rasant zugenommen haben, sind ein immer wichtigerer Teil dieses Arguments.
Der Start spiegelt auch einen breiteren Wandel im chinesischen Unterhaltungsgeschäft wider. Während die heimische Filmproduktion reift und Streaming um Aufmerksamkeit konkurriert, setzen Studios und Verleiher auf Spielverfilmungen und Franchise-Titel, um das Publikum zurück in die Kinos zu locken. Videospielfilme bringen eingebaute Fangemeinden, wiedererkennbare Figuren und internationale Anziehungskraft mit – attraktiv für Kinoketten, die verlässliche Zugpferde brauchen. Die Resident-Evil-Ankündigung fiel mit Branchenkommentaren zusammen, wonach Filmfirmen ihren nächsten Hit nun in der Spielewelt suchen.
Für Capcom bleibt die Reihe eine langlebige globale Marke. Die Spiele verkaufen sich weiterhin stetig, und jedes neue Film- oder Fernsehprojekt frischt das Interesse an den älteren Titeln auf. Chinesische Fans reagieren seit Jahren auf diesen Zyklus, produzieren Fan-Art, Cosplay und ausgedehnte Online-Diskussionen darüber, welche Spielteile als Nächstes verfilmt werden sollten. Der Kinostart gibt dieser Community eine seltene Gelegenheit, sich um ein gemeinsames Großbildschirmereignis zu versammeln.
Allerdings wird der Film Konkurrenz haben. Der Oktober ist ein voller Monat in den chinesischen Kinos, in dem heimische Starts und importierte Titel um Leinwände konkurrieren. Horror ist lokal zudem eher ein Nischengenre, obwohl Resident Evils stark actionorientierter Ansatz historisch geholfen hat, über das reine Horrorpublikum hinauszureichen. Die IMAX- und CINITY-Versionen könnten ihm einen Vorteil bei Zuschauern verschaffen, die Spektakel statt bloßer Schrecken suchen.
Vorerst ist die Schlagzeile einfach: Nach neun Jahren ist Resident Evil zurück auf der großen Leinwand des Festlands. Ob Kassenerfolg oder Nostalgietrip – seine Ankunft sagt etwas darüber aus, wie chinesisches Publikum und Studios wieder Anschluss an die globale Spielekultur finden. Wenn am 5. Oktober die Lichter ausgehen, werden viele Fans prüfen, ob die Reihe noch immer denselben Biss hat.