IKEAs Matter-Smart-Home-Geräte kommen endlich nach China
IKEAs erste Matter-fähige Smart-Home-Geräte stehen seit weit über einem Jahr in Europa und Nordamerika in den Regalen, doch die Käufer auf dem chinesischen Festland mussten warten. Diese Wartezeit scheint nun zu enden. Anfang dieses Jahres tauchten mehrere neue IKEA-Smart-Home-Produkte in der chinesischen CCC-Zertifizierungsdatenbank auf – der obligatorischen Sicherheitszulassung, die erforderlich ist, bevor ein elektronisches Produkt in dem Land legal verkauft werden darf. Die Einträge deuten auf eine Reihe von Geräten hin, die Wert auf Erschwinglichkeit und die Unterstützung von Matter legen, dem markenübergreifenden Konnektivitätsstandard, der Geräte verschiedener Hersteller zusammenarbeiten lassen soll.
Für globale Leser, die mit der Landschaft nicht vertraut sind: Matter ist ein offenes Protokoll, das unter anderem von Amazon, Apple, Google und Samsung unterstützt wird. Sein Versprechen ist einfach: Eine smarte Glühbirne, Steckdose oder ein Sensor sollte sich mit jeder großen Smart-Home-App koppeln lassen, nicht nur mit der des eigenen Herstellers. In China hat sich der Smart-Home-Markt jedoch weitgehend um geschlossene Ökosysteme entwickelt. Xiaomis Mi Home, Huaweis HarmonyOS und Alibabas Tmall Genie verbinden jeweils Hunderte Millionen Geräte, funktionieren aber oft am besten, wenn man innerhalb ihrer Mauern bleibt. IKEAs Matter-Vorstoß steht für eine andere Philosophie: Kaufen Sie einen günstigen Sensor, und er sollte einfach funktionieren.
IKEA ist kein Neuling im vernetzten Zuhause. Die Trådfri-Reihe mit Glühbirnen und Rollos wird seit Jahren in China verkauft, und der Dirigera-Hub unterstützt Matter bereits in vielen Märkten. Was den bevorstehenden China-Start bemerkenswert macht, ist der Zeitpunkt. Der Smart-Home-Sektor des Landes boomt, angetrieben von zunehmender Urbanisierung, sinkenden Sensorpreisen und einer Generation junger Mieter, die Komfort ohne größere Renovierung wollen. Analysten beschreiben China oft als einen der wettbewerbsintensivsten Märkte der Welt für vernetzte Geräte, wo lokale Marken schnell iterieren und ausländische Konkurrenten beim Preis unterbieten.
Genau hier glaubt IKEA konkurrieren zu können. Der schwedische Möbelriese versucht nicht, Xiaomi oder Huawei technisch zu übertrumpfen. Stattdessen setzt er auf seine vertrauten Stärken: die Einfachheit von Flatpack-Möbeln, klares skandinavisches Design und niedrige Preise. Ein Matter-kompatibler Bewegungsmelder oder eine smarte Steckdose, die etwa so viel kostet wie ein paar Kaffees, passt zu IKEAs Markenversprechen des demokratischen Designs. Für Stadtbewohner, die bereits IKEA-Möbel besitzen, fühlt sich das Hinzufügen einiger vernetzter Geräte zu einem Regal oder Nachttisch wie eine natürliche Erweiterung an, nicht wie ein Technikprojekt.
Die Herausforderung besteht darin, dass chinesische Verbraucher tief an Ökosystem-Apps gewöhnt sind. Sprachassistenten von Xiaomi, Baidu und Alibaba sind in Lautsprecher, Fernseher und sogar Küchengeräte eingebettet. Käufer davon zu überzeugen, einen separaten Hub zu kaufen – oder darauf zu vertrauen, dass Matter wirklich gut mit ihrer bestehenden Einrichtung harmoniert –, erfordert Aufklärung und Geduld. IKEA muss außerdem das App-Erlebnis und den Kundensupport lokalisieren, Bereiche, in denen einheimische Rivalen glänzen.
Dennoch könnte die Ankunft einer globalen Möbelmarke in Chinas Matter-Diskussion ein Wendepunkt sein. Wenn sich IKEAs Geräte gut verkaufen, könnten sie andere Hersteller dazu drängen, den Standard offener anzunehmen, den Verbrauchern mehr Auswahl zu geben und die Angst zu verringern, in ein Ökosystem ohne Zukunft zu investieren. Bislang hat das Unternehmen weder offizielle chinesische Preise noch ein Startdatum bekannt gegeben. Doch die Zertifizierungseinträge sind ein starker Hinweis darauf, dass die Regale vorbereitet werden. Für alle, die sich jemals gewünscht haben, ihr Smart Home würde sich weniger wie ein Technikvertrag und mehr wie ein Möbelstück anfühlen, sind das gute Nachrichten.